Bobath Konzept: Ein Beispiel lebendiger Kooperation

Berta und Karel Bobath: eventuell ist das Bild urheberrechtlich geschützt

„Gemeinsam sind wir stark!“ Diesen Spruch kennt der eine oder andere aus sportlichen Wettkämpfen. In diesem Artikel beschreibt das Rostocker Netzwerk Abenteuer Familie, welche Rolle diese magischen Wörter beim Bobath Konzept spielen. Erfahren Sie hier, wie Netzwerkarbeit in der Praxis gelebt werden kann.

Unser Blogbeitrag im Januar beschäftigte sich mit Kooperation aus der Perspektive der Evolution. Diesen Monat machen wir einen gedanklichen Spaziergang durch den Alltag von Fachkräften, die auf Grundlage des Bobath Konzepts arbeiten.

weiterlesen

Posted by bastian on in Fachtag

Kooperation: Eine Erfindung der Moderne?

Quelle: shutterstock

Soziale Netzwerke – vor allem die virtuelle Art dieser – werden heute größer denn je geschrieben. Aber auch im beruflichen Feld gewinnen diese immer mehr an Bedeutung. Wir haben uns den Ursprung von Kooperationen näher angeschaut. Erfahren Sie hier, wie kooperatives Verhalten bereits bei unseren Vorfahren zum Einsatz kam und was wir noch heute davon nutzen können.

Kooperation: erste Entdeckungen

Auf den ersten Blick schien es, dass Menschen nur dann kooperierten, wenn sie davon profitierten. Neben Beobachtungen führte beispielsweise eine Studie mit 12-jährigen Jungen eines Ferienlagers zur Entdeckung dieser Besonderheit.

Zu Beginn des Aufenthaltes bildeten die Jungen, welche sich vorher noch nie begegneten, wie von selbst kleine Gruppen. Danach befragten die Ferienlagerleiter und gleichzeitig Forscher jedes Ferienkind nach seinen Freunden.

weiterlesen

Posted by bastian on in Fachtag

Urinstinkte in uns selbst: Alles nur Kinderkram? Auf den Spuren archaischer Züge im Verhalten Erwachsener

Ein Teilbereich der Verhaltensbiologie beschäftigt sich mit den angeborenen Verhaltensweisen von Säuglingen beziehungsweise Kleinkindern. Im Folgenden stehen jedoch einmal die Erwachsenen selbst im Fokus der Aufmerksamkeit. Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie in ganz bestimmten Situationen ein Verhalten zeigen, welches eigentlich dem modernen, rational denkenden Menschen widerspricht? Wir haben uns auf die Suche nach typischen Momenten im Alltag gemacht und sind fündig geworden.

Oh es riecht gut und der Rostocker Weihnachtsmarkt beginnt

Noch vor dem ersten Advent beginnen fleißige Hände mit dem Aufbau der festlich geschmückten Weihnachtsstände. Es wird nicht mehr lange dauern und die Menschenmenge drängt sich dicht an dicht über den Rostocker Weihnachtsmarkt 2016. Unter ihnen sind einige, die sich schon einmal ein wenig in weihnachtliche Stimmung versetzen wollen. Andere wiederum können es kaum erwarten, endlich wieder einmal einen herrlichen Weihnachtsapfel, gebrannte Mandeln, Glühwein oder heißen Sanddorn genießen zu können. Auch gibt es Menschen, die den Weihnachtsmarkt in Rostock besuchen, um hoffentlich noch Schnäppchen für den Gabentisch zu ergattern.

weiterlesen

Posted by bastian on in Fachtag

Verhaltensbiologie für Fachkräfte in Kita und Hort: Warum eigentlich?

Netzwerk Abenteuer Familie Fachtag 2017

Interdisziplinärer Fachtag mit Frau Dr. Haug- Schnabel

In der Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft stehen vor allem pädagogische und psychologische Konzepte im Vordergrund. Begriff wie Bindungstheorie, Lerntheorie oder Eingewöhnungsmodelle fallen oftmals auch. Wir verraten in diesem Beitrag, warum sich zudem ein Blick zur Verhaltensbiologie die pädagogische Praxis bereichern kann.

Ein veraltetes Menschenbild ging davon aus, dass Kinder als tabula rasa (leere Tafel) auf die Welt kommen und quasi uneingeschränkt von Erwachsenen beschrieben beziehungsweise geformt werden können. Es wurde vermutet, dass vor allem Säuglinge und Kleinkinder die eigene Stimmung mithilfe des Weinens äußerten.

Andere Hinweise geben verhaltensbiologische Beobachtungen. Im Rahmen kulturvergleichender Untersuchungen konnten Verhaltensbiologen (Humanethologen) zeigen, dass bereits Neugeborene über eine Reihe von Universalien verfügen. Universalien sind allgemeingültige Regeln, welche sich durch die stammesgeschichtliche Anpassung des Menschen schrittweise entwickelten. Säuglinge reagieren beispielsweise auf süß, sauer oder bitter weltweit alle mit einer typischen Mimik, die uns als Beobachter verrät, ob es schmeckt oder nicht. Auch Freude, Ärger oder Kummer wird von allen Völkern der Erde mit ganz typischen, mimischen Ausdrucksweisen vermittelt.

Säuglinge und Kleinkinder sind demnach keine Wesen, die lediglich weinen, wenn sie sich unwohl fühlen. Vielmehr sind sie in der Lage, ihre Wahrnehmungen differenzierter wiederzugeben. Es liegt nun an den Erwachsenen, genau diese unterschiedlichen Verhaltensweisen zu verstehen.

Verhaltensbiologen können Erzieherinnen und Erziehern praktische Anregungen zur gezielten Beobachtung von (Klein-)Kindern mit auf den Weg geben. Diese ermöglichen es, den pädagogischen Alltag vielleicht anders zu reflektieren und vor allem auch soziale Kommunikationsstrategien in der Kindergruppe intensiver zu fördern.

Für den kommenden Oktober 2017 plant das Rostocker Netzwerk Abenteuer Familie einen interdisziplinären Fachtag mit der Verhaltensbiologin Frau Dr. Gabriele Haug-Schnabel. Hier treffen ErzieherInnen, Sozialpädagogen und Lehrer auf Berufsgruppen des Gesundheitsbereiches. Im gemeinsamen Dialog mit Hebammen, Physiotherapeuten und Ärzten wird es möglich sein, neue Impulse für die alltägliche Beobachtung in der eigenen Kindergruppe mitzunehmen. Über www.physio-bastian.de/fachtag erhalten Sie weitere Informationen zum interdisziplinären Fachtag 2017 in der Rostocker Werkstattschule (Nähe Südstadtklinikum).

weiterlesen

Posted by bastian on in Fachtag

Die Einschulung ist noch längst nicht vorbei

logo_netzwerk-abenteuer-familie-016

Dr. Haug Schnabel Fachtag 2017

Nach wochenlanger Aufregung war es endlich so weit: die Familie macht sich gemeinsam mit ihrem noch Vorschulkind auf den Weg zur Einschulung. Für die Eltern ist klar: Wenn heute Abend alle wieder nach Hause kommen, ist das Vorschulkind plötzlich ein Erstklässer. Was genau geht aber im Kopf des Kindes vor? Warum fühlt es einerseits die Last der Zuckertüte, während es jedoch andererseits noch zu verspielt ist, um mit vermeintlich komplizierten Sätzen wie: „Jetzt geht der Ernst des Lebens los. Am Montag beginnt die Schule!“ umzugehen? Dieser Beitrag wagt einen Blick aus Kindersicht, denn kein Bildungsplan der Welt kann die sozialen Highlights der ersten Schultage jemals ersetzen.

Schulstart: Aufbau neuer Netzwerke statt ABC

Abhängig von der Lage einer Schule kennen sich die Erstklässler manchmal bereits. Vielleicht waren sie gemeinsam in der Kita oder sind Nachbarn. Andererseits gibt es zudem Schulen, die ein sehr großes Einzugsgebiet haben. Oftmals kennen sich die Kinder hier noch nicht. Betrachten wir nun die Situation, dass sich einige Kinder schon lange kennen. Beim Spielen waren die Regeln klar verteilt. Die Großen machten die Ansagen. Die mittleren hatten noch die Möglichkeit, eventuelle Vorschläge mit einfließen zu lassen. Aber die jüngsten Kinder stellten den untersten Teil des Sandwichs dar und zogen einfach mit.

Nun kommen die großen Kinder gemeinsam in einen neuen Klassenverband. Mit ziemlicher Sicherheit befindet sich die ehemalige Einheit unter mindestens zehn neuen, noch unbekannten Kindern. Jedes einzelne dieser hat bis jetzt nach anderen Spielregeln gespielt, da letztendlich in jedem „Dorf“ (Kindergruppe) andere Normen und Grundsätze herrschen.

Zugunsten eines möglichen Zusammenspiels liegt der Schwerpunkt der ersten Wochen auf der Neukonstellation der sozialen Netzwerke innerhalb des Klassenverbandes. Spielregeln müssen neu verteilt werden und neue Grenzen entstehen. Dies geschieht im Übrigen auf ähnlichem Weg in gemischtaltrigen Klassenverbänden.

Schlussendlich scheint es, dass zwar während der ersten Tage und Wochen auch ein bisschen geschrieben und gerechnet wird, doch der für die Kinder wichtigere Schwerpunkt liegt im sozialen Miteinander: Was spielen wir in der nächsten Pause? Vielleicht darf ich mal der Chef sein? Hoffentlich sind nicht wieder die Jungen alle auf dem Klettergerüst, wir Mädchen wollen auch mal allein da sein.

Was lehren die ersten Schultage wirklich?

Bereits vor dem Betreten des Schulgebäudes sind bei jeder Institution Unterschiede erkennbar. In manchen Schulen begleiten die Eltern ihren Nachwuchs fast bis zum Platz. Bei anderen wiederum betritt auch der Erstklässler das große Gebäude selbst auf der Suche nach seinem Klassenraum,

während in anderen Einrichtungen jede Lehrerin ihre Klassen gespannt vor der Schule erwartet. Ebenso unterschiedlich sind nicht nur die Methoden, sondern vielmehr die Unterrichts- und Kursschwerpunkte der ersten Wochen.

Wenn der Fokus auf einem Aufbau der Kindernetzwerke liegt, werden aus kindlicher Sicht mit großer Wahrscheinlichkeit jene Konzepte und pädagogischen Ideen punkten, die Freiraum für selbstständiges Entdecken lassen. Zudem ist anzunehmen, dass es hilfreich ist, wenn feste Ansprechpartner – Lehrer, Stammgruppenleiter, Horterzieher – stets zuverlässig in Reichweite sind.

Diese Personen dienen als sicheres Ufer für die benötigte Sicherheit in den ersten Tagen. Manchmal genügt es dabei bereits, wenn die neuen Beziehungspartner in Sichtweite sind.

Bekannt sind diese Ideen aus Eingewöhnungskonzepten in Kitas. Schließlich lässt es sich doch einem sicheren und geschützten Ambiente der sozialen Netzwerke am besten Lernen. Werden soziale Beziehungen jedoch von außen vorgegeben und zugunsten der Wissensgesellschaft als nebensächlich betrachtet, besteht die Gefahr, dass die ersten Schultage nicht lehren, sondern hoffnungsvolle Entdeckungskisten eher leeren.

Wie können Eltern die ersten Schulwochen begleiten?

Gerade während der ersten Wochen empfiehlt es sich, vielleicht doch noch mal einen Gang zurückzuschalten. Vielleicht verspüren die Kinder ein inniges Bedürfnis, über ihre neuen Erfahrungen mit bereits bekannten Kindern oder neuen Bekannten zu berichten. Eventuell wollen sie einfach nur Kuscheln oder gar ausgelassen in gewohnter Umgebung toben.

Ich selbst habe den Test gewagt. Anstatt nach dem neu Erlernten zu fragen, haben sich mit Bausteinen oder Matsch experimentierend kleine Mama-Tochter-Gespräche entwickelt. Die Gespräche umfassten Themen wie neue Freunde, neue Spiele, auch Ängste zu neuen Kinderbekanntschaften oder Erfahrungen. Aber genau darum geht es doch: Wir als Eltern bekommen auch in diesem neuen Kindernetzwerk plötzlich eine etwas andere, externe Rolle als Ansprechpartner zugeschrieben. Es liegt nun an uns Erwachsenen, diese auch zu erkennen beziehungsweise anzunehmen.

Als ich meine Tochter nach dem ersten Schultag abholte, berichtete sie mir voller Begeisterung, dass sie mit ihren neuen Freunden Frösche gesucht hat … Schön, genau dies ist doch die Basis für selbst motiviertes Lernen, oder? Was könnte der erste Schultag Besseres lehren?

Gemeinsam mit der Verhaltensbiologin Frau Dr. Gabriele Haug-Schnabel werden wir – das Rostocker Netzwerk Abenteuer Familie – im Oktober 2017 einen thematischen Elternabend zum Thema Familie und Kinderwelten anbieten. Nähere Informationen sind auf der Website www.physio-bastian.de/fachtag erhältlich.

Noreen Naranjos Velazquez

Freie Pädagogin im Netzwerk Abenteuer Familie

weiterlesen

Posted by bastian on in Fachtag