Waldtag in Mecklenburg-Vorpommern

Wie Baumriesen zu Monstern werden und Stockhäuser zu schützenden Wällen….


Ist es nicht fabelhaft, welche Möglichkeiten uns dieses wunderbare Flächenland Mecklenburg-Vorpommern bietet?

Nicht in jeder Region Deutschlands ist es organisatorisch Möglich, in sehr kurzer Zeit beispielsweise an einem Samstagvormittag oder Sonntagnachmittag inmitten einer Naturidylle zu sein. In Mecklenburg-Vorpommern – auch in Rostock – haben Familien mit Kindern dieses Privileg jedoch.

Warum kann ein Aufenthalt im Wald auch für die Größeren spannender sein, als ein Nachmittag auf dem Spielplatz nebenan?

Vielleicht fallen dem einen oder anderen Leser bereits auf Anhieb eine Menge unterschiedlicher Gründe ein. Kinderärzte und Physiotherapeuten verweisen vielleicht in diesem Zusammenhang auf die gesundheitlichen Vorteile von Spielen im Wald. Neben einem starken Immunsystem kann hier beispielsweise auch von motorischen Herausforderungen die Rede sein.

Hebammen schlägt bei Erzählungen von Spaziergängen mit Baby – im Vergleich zur Kröpi – das Herz sicher höher, da die herrliche Waldatmosphäre einen wunderbaren Gegenpol zur reizüberfluteten Umwelt moderner Gesellschaften bietet.

Logopäden, Ergotherapeuten, Erziehern, Tagespflegepersonen und Sozial- beziehungsweise Sonderpädagogen fallen beim freien Spiel im Wald ganz bestimmt weitere Vorteile ein, die sich neben der sprachlichen Entwicklung auch auf wichtige soziale Kompetenzen unseres Nachwuchses beziehen.

Beispielsweise belegen Studien…

…dass eine natürliche Spielumgebung die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit von Kindern fördert. Auch beschreiben Forscher, dass Naturspielplätze wie der Wald insofern positiv beeinflusst, als dass Kinder einen noch stärkeren Drang verspüren, auf eigene Faust zu entdecken, ohne dass wir Erwachsenen „passgenaues“ Material bereithalten. Nicht zuletzt fördert diese Art des Kinderspiels die Selbstständigkeit als auch das Selbstbewusstsein der Knirpse.

Bei einer Untersuchung auf Naturerlebnisspielplätzen in Süddeutschland erzählten die Kinder begeistert und interessiert von ihren Erlebnissen. […] Im Gegensatz dazu gaben Kinder auf konventionellen Spielplätzen nur knappe Auskünfte über ihr Spiel. […] ´Geschaukelt und gerutscht.`“ (Rath & Lude 2014, S.33)

Auf was warten wir also?
Jetzt passend zum Herbstanfang ist ein wunderbarer Zeitpunkt, um Familienausflüge in den Wald zu machen: Habt ihr schon Kastanien, Eicheln und Bucheckern gesammelt?

Ihr habt Lust, noch mehr über die natürliche kindliche Entwicklung zu erfahren?Im Oktober veranstaltet das Rostocker Netzwerk Abenteuer Familie einen interaktiven Elternabend (13.10.2017) und interdisziplinären Fachtag (Samstag, 14.10.2017). Hier erfahrt ihr mehr zum Thema: www.abenteuerfamilie.org

Die Studienergebnisse wurden folgendem Fachbuch entnommen: Rath, A. & Lude, A. (2014). Startkapital Natur: Wie Naturerfahrungen die kindliche Entwicklung fördert. Cekom München.

Fotos: © ConEvo 2017 und pitopia

weiterlesen

Posted by bastian on in Allgemein

Kinderzimmer: Räume von Kindern für Kinder

Warum gibt es Zimmer für Kinder, die nicht zum Entdecken einladen?

Im Grunde genommen ist diese Frage schnell beantwortet: Kinder sind oftmals passive Begleiter von eifrigen Mamas und Papas, die es einfach nur gut meinen. Das bedeutet, sie dürfen ihren Raum für entwicklugsbegleitende Entdeckungen nicht selbst mit gestalten. Dieser Beitrag beschreibt wie Entwicklungs-Frei-Räume aussehen können, welche die Kinder zum altersgerechten Entdecken einladen.

 

Kinderzimmer einrichten

Stellen wir uns einmal einen leeren Raum vor, welcher zu einem Entdeckungsraum werden soll. Wer mag, kann diesen schon einmal mit Bett, Schrank und einem Regal ausstatten. Auch Grünpflanzen – bei Kleinstkindern außer Reichweite – sind vorteilhaft. Die Wände sind in einem einheitlichen, sanften Farbton gehalten, damit sich Kinder auf eigene Entdeckungsreise geben können.

 

Das Regal haben wir jetzt noch gar nicht eingeräumt und die Sitzgelegenheit hat auch noch keinen festen Platz. Müssen wir diese Aufgabe tatsächlich übernehmen? NEIN, hier können unsere Sprösslinge mit Hand anlegen.

 

Wir stellen lediglich die altersgerechte Beschaffenheit der Materialien sicher. Natürlich spricht auch nichts dagegen, wenn wir die Kinder beim Aussuchen des korrekten Platzes für das Körbchen oder die Baussteinkiste unterstützten. Aber lassen wir doch ruhig auch die Kinder zu Wort kommen!

 

Freie Räume für Entwicklung

Das Kinder lernen spielend. Dabei folgen sie – wenn wir sie lassen – ihrem eigenen Rhyhmus. Es kann also immer wieder vorkommen, dass der Sprössling über Tage hinweg nur puzzelt, Türme baut oder Tannenzapfen sortiert … Warum? Forscher fanden heraus, dass Kinder einer eigenen Forschungsfrage nachgehen. Diese können wir oft nur entschlüsseln, wenn wir das Kinderspiel ohne ständige Unterbrechungen – legt doch lieber den roten Baustein drauf… möchtest du nicht noch …– nach seinen eigenen Regeln tanzen lassen.

 

Hierbei ist es für die Kinder von Vorteil, wenn wir Eltern ihnen die Möglichkeit geben, Bauwerke, Installationen oder eine veränderte Einrichtung im Kinderzimmer über mehrere Tage hinweg stehen zu lassen – nämlich genau so lange, bis ihr aktuelles Projekt abgeschlossen ist.

 

Eltern berichten immer wieder über sogenannte Probleme beim Thema aufräumen. Nehmen wir einmal an, das Kind im Alter zwischen zwei und sechs Jahren „arbeitet“ gerade an seinem eigenen Lernprojekt „Bausteine in einer langen Schlange aneinanderreihen, ohne dass diese umfallen“ nun kommen wir immer pünktlich vor dem Abendessen – wenn gerade erstmals die längste Bausteinschlange aufgebaut ist – und fordern liebevoll: „Bitte aufräumen gleich essen wir!“ Na liebe Papas und Mamas, stellt Euch einmal vor, ihr knobelt gerade, wie der neue Schrank zusammenzubauen ist und als ihr die ersten Bretter und Schrauben gerade geordnet habt, ruft Euer Liebling: „Bitte aufräumen gleich essen wir!“ Was würdet ihr tun?

Wer Lust hast, mehr über Entwicklungs-Frei-Räume und die kindlichen Entwicklungsaufgaben im Austausch mit anderen Eltern zu erfahren, ist herzlich zum interaktiven Elternabend in der Werkstattschule in Rostock eingeladen. Das Rostocker Netzwerk Abenteuer Familie hat die Verhaltensbiologin Frau Dr. Gabriele Haug-Schnabel eingeladen. Sie ist Expertin für den Bereich frühkindliche Entwicklung. Neben ihrer universitären Lehrtätigkeit berät sie beispielsweise Einrichtungen zum Thema Raumgestaltung und Beobachtung. Jetzt hier zum interaktiven Elternabend am 13. Oktobter (Freitag, 19.30-21.00 Uhr) anmelden.

 

Fotos: © ConEvo 2017

weiterlesen

Posted by bastian on in Allgemein

Also, ich habe das so gemacht …

Wenn Mütter Omas werden und alles früher sowieso besser war

Hat sich ein Baby auf den Weg gemacht, verändert sich nicht nur der weibliche Körper und die Beziehung zum Partner. Auch das Verhalten gegenüber den Eltern, Großeltern und anderen Verwandten wandelt sich. Dies ist ein normaler Vorgang, welcher mit den neuen Aufgaben und Verantwortungsbereichen der werdenden Mutter, aber auch denen des werdenden Vaters zusammenhängt. Bereits ab der Schwangerschaft tragen sie nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern auch für in weiteres, sich noch entwickelndes Lebewesen.

Dies klingt banal, ist jedoch von höchster Bedeutung.

Schließlich bringt diese Lebensphase im Leben junger Menschen wichtige Entwicklungsschritte auf körperlicher, seelischer aber auch sozialer Ebene mit. Häufig verändern sich beispielsweise die Freundeskreise. (Werdende) Eltern suchen vermehrt den Austausch mit Personen, die sich in einer ähnlichen Situation – Familiengründung – befinden. Nun aber zurück zum engeren Familienkreis. Je nachdem, wie sich das Paar oder die Frau entscheidet, werden Familienangehörige sofort beziehungsweise zu einem späteren Zeitpunkt über das bevorstehende Ereignis informiert. Unabhängig von dieser Entscheidung machen werdende Eltern ab diesem Moment immer wieder ähnliche Erfahrungen. Die Oma beginnt über die Geburt ihrer Kinder zu plaudern.

Die Mutter …

… gibt der Tochter praktische Tipps gegen Schwangerschaftsbeschwerden mit auf den Weg. Während dessen tauschen sich die männlichen Familienangehörigen über passende Rahmenbedingungen aus: „Nee, also Männer bei der Geburt: Das geht gar nicht!“, „Das Kind gehört ins Kinderbett!“ oder Sätze wie „Was, du als Papa willst die Elternzeit machen?“ sind dabei keine Seltenheit. Warum lösen diese oder ähnliche Gedanken der Familienangehörigen häufig innere Abwehr oder Empörung bei werdenden Eltern aus?
Die Zauberformel heißt hier nicht Generationskonflikt, sondern schnelle gesellschaftliche Veränderungen.
Wurden Kinder in den 1960er Jahren noch schön im Zwei-Stunden-Rhyhtmus gestillt, allein gebettet, fleißig im Kinderwagen geschoben und mit in Honig getauchten Schnullern beruhigt, stehen heute andere Empfehlungen im Vordergrund. Entgegengesetzt der mütterlichen Tipps stellt die Hebamme der (werdenden) Mutter andere Alternativen vor: Stillen nach Bedarf, Familienbett und Tragetuch beziehungsweise Fahrradanhänger sind auch im Säuglingsalter möglich. Unruhige Babys können alternativ zum Schnuller auch gepuckt oder durch Körpernähe beruhigt werden. Mit zunehmenden Alter des Kindes werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Meinungen der Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten immer wieder mal weit auseinandergehen. Dies ist normal, aber warum?

Sind die Babys und Kleinkinder heute anders als damals?

Nein, mit Sicherheit nicht. Was sich jedoch aufgrund technischem und medizinischen Fortschritt verändert hat, ist unsere Gesellschaft. In der Tat verbreiten und ändern sich Meinungen und Empfehlungen heute viel schneller als damals. Was genau kann ich nun als Elternteil machen? Woran orientiere ich mich? Vielleicht an den immer wieder einmal wechselnden Hinweisen hiesiger Forscher, den Tipps meiner besten Freundin oder vielleicht doch lieber den Alternativen meiner Oma, die bereits fünf gesunde Kinder mit Honig-Schnullern großgezogen hat?

Wie wäre es, wenn wir die Kinder einmal selbst fragen?

Das geht natürlich nicht. Aber wir könnten uns gerade in der frühen Lebensphase an den biologischen Voraussetzungen der Säuglinge, Kleinkinder und Vorschulkindern orientieren. Betrachten wir beispielsweise das große Thema “Schlafen” nicht als wichtige Lernaufgabe im Kleinkindalter, sondern vielmehr als Entwicklungsaufgabe, sieht die Welt ganz anders aus.

Die Verhaltensbiologie kann hier nützliche Informationen bieten.

Kompetente Erziehungsbegleitung meint einerseits, wichtige Meilensteine der kindlichen Entwicklung bis zum sechsten Lebensjahr zu kennen. Gleichzeitig können Eltern mithilfe der gezielten Beobachtung kindlicher Verhaltensweisen erkennen, welche Anregungen ihrem Sprössling in der aktuellen Lebensphase gut tun. Zu diesem Thema gibt es am Freitag, den 13.10.2017 einen interaktiven Elternabend in der Werkstattschule Rostock. Auf der Homepage vom Rostock Netzwerk Abenteuer Familie erfahrt Ihr mehr zum interaktiven Elternabend in Rostock. Anmeldungen sind erwünscht.

weiterlesen

Posted by bastian on in Allgemein

Entwicklungskrimi Frühe Kindheit: das Alter zwischen 0 und 6 Jahren

Die ersten sechs Lebensjahre eines Kindes sind geprägt durch eine Vielzahl an Entwicklungsaufgaben und unterschiedlichen Erfahrungen. Dabei folgt die kindliche Entwicklung keinem klar strukturierten Fahrplan, sondern experimentiert hier und da auf neuen Wegen. Tatsächlich zeigt sich dabei eine spannende Entwicklungsvielfalt bei Kindern. Diese wartet auf eine individuelle Beantwortung durch die Bezugspersonen.

Erziehung wird heute als zugewandt-kompetente Entwicklungsbegleitung verstanden. Moderne Erziehung fordert zum selbständigen Erkennen und Handeln auf, damit ein Kind zunehmend unterschiedliche Situationen selbst gestalten kann: „Nicht mit mir passiert etwas, sondern ich kann Einfluss nehmen, etwas bewirken und verändern.“

Jedem Kind stehen Entwicklungspotenziale zur Verfügung. Diese können sich durch anregende Impulse ihrer Bezugspersonen (Mama, Papa, Oma, Opa, …) und anderer Kinder weiterentwickeln als auch differenzieren.

Der Vortrag von Dr. Gabriele Haug-Schnabel stellt neueste Forschungsergebnisse für die Altersspanne von 0 bis 6 Jahren vor.

Mithilfe von Filmausschnitten und Verhaltensprotokollen werden typische Entwicklungsstationen illustriert, um eine lebendige Diskussion anzuregen. Das Netzwerk Abenteuer Familie lädt zu diesem Themenabend am 13.10.2017 recht herzlich in die Aula der Werkstattschule ein.

weiterlesen

Posted by bastian on in Fachtag

Bobath Konzept: Ein Beispiel lebendiger Kooperation

Berta und Karel Bobath: eventuell ist das Bild urheberrechtlich geschützt

„Gemeinsam sind wir stark!“ Diesen Spruch kennt der eine oder andere aus sportlichen Wettkämpfen. In diesem Artikel beschreibt das Rostocker Netzwerk Abenteuer Familie, welche Rolle diese magischen Wörter beim Bobath Konzept spielen. Erfahren Sie hier, wie Netzwerkarbeit in der Praxis gelebt werden kann.

Unser Blogbeitrag im Januar beschäftigte sich mit Kooperation aus der Perspektive der Evolution. Diesen Monat machen wir einen gedanklichen Spaziergang durch den Alltag von Fachkräften, die auf Grundlage des Bobath Konzepts arbeiten.

weiterlesen

Posted by bastian on in Fachtag