Also, ich habe das so gemacht …

Wenn Mütter Omas werden und alles früher sowieso besser war

Hat sich ein Baby auf den Weg gemacht, verändert sich nicht nur der weibliche Körper und die Beziehung zum Partner. Auch das Verhalten gegenüber den Eltern, Großeltern und anderen Verwandten wandelt sich. Dies ist ein normaler Vorgang, welcher mit den neuen Aufgaben und Verantwortungsbereichen der werdenden Mutter, aber auch denen des werdenden Vaters zusammenhängt. Bereits ab der Schwangerschaft tragen sie nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern auch für in weiteres, sich noch entwickelndes Lebewesen.

Dies klingt banal, ist jedoch von höchster Bedeutung.

Schließlich bringt diese Lebensphase im Leben junger Menschen wichtige Entwicklungsschritte auf körperlicher, seelischer aber auch sozialer Ebene mit. Häufig verändern sich beispielsweise die Freundeskreise. (Werdende) Eltern suchen vermehrt den Austausch mit Personen, die sich in einer ähnlichen Situation – Familiengründung – befinden. Nun aber zurück zum engeren Familienkreis. Je nachdem, wie sich das Paar oder die Frau entscheidet, werden Familienangehörige sofort beziehungsweise zu einem späteren Zeitpunkt über das bevorstehende Ereignis informiert. Unabhängig von dieser Entscheidung machen werdende Eltern ab diesem Moment immer wieder ähnliche Erfahrungen. Die Oma beginnt über die Geburt ihrer Kinder zu plaudern.

Die Mutter …

… gibt der Tochter praktische Tipps gegen Schwangerschaftsbeschwerden mit auf den Weg. Während dessen tauschen sich die männlichen Familienangehörigen über passende Rahmenbedingungen aus: „Nee, also Männer bei der Geburt: Das geht gar nicht!“, „Das Kind gehört ins Kinderbett!“ oder Sätze wie „Was, du als Papa willst die Elternzeit machen?“ sind dabei keine Seltenheit. Warum lösen diese oder ähnliche Gedanken der Familienangehörigen häufig innere Abwehr oder Empörung bei werdenden Eltern aus?
Die Zauberformel heißt hier nicht Generationskonflikt, sondern schnelle gesellschaftliche Veränderungen.
Wurden Kinder in den 1960er Jahren noch schön im Zwei-Stunden-Rhyhtmus gestillt, allein gebettet, fleißig im Kinderwagen geschoben und mit in Honig getauchten Schnullern beruhigt, stehen heute andere Empfehlungen im Vordergrund. Entgegengesetzt der mütterlichen Tipps stellt die Hebamme der (werdenden) Mutter andere Alternativen vor: Stillen nach Bedarf, Familienbett und Tragetuch beziehungsweise Fahrradanhänger sind auch im Säuglingsalter möglich. Unruhige Babys können alternativ zum Schnuller auch gepuckt oder durch Körpernähe beruhigt werden. Mit zunehmenden Alter des Kindes werden mit großer Wahrscheinlichkeit die Meinungen der Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten immer wieder mal weit auseinandergehen. Dies ist normal, aber warum?

Sind die Babys und Kleinkinder heute anders als damals?

Nein, mit Sicherheit nicht. Was sich jedoch aufgrund technischem und medizinischen Fortschritt verändert hat, ist unsere Gesellschaft. In der Tat verbreiten und ändern sich Meinungen und Empfehlungen heute viel schneller als damals. Was genau kann ich nun als Elternteil machen? Woran orientiere ich mich? Vielleicht an den immer wieder einmal wechselnden Hinweisen hiesiger Forscher, den Tipps meiner besten Freundin oder vielleicht doch lieber den Alternativen meiner Oma, die bereits fünf gesunde Kinder mit Honig-Schnullern großgezogen hat?

Wie wäre es, wenn wir die Kinder einmal selbst fragen?

Das geht natürlich nicht. Aber wir könnten uns gerade in der frühen Lebensphase an den biologischen Voraussetzungen der Säuglinge, Kleinkinder und Vorschulkindern orientieren. Betrachten wir beispielsweise das große Thema “Schlafen” nicht als wichtige Lernaufgabe im Kleinkindalter, sondern vielmehr als Entwicklungsaufgabe, sieht die Welt ganz anders aus.

Die Verhaltensbiologie kann hier nützliche Informationen bieten.

Kompetente Erziehungsbegleitung meint einerseits, wichtige Meilensteine der kindlichen Entwicklung bis zum sechsten Lebensjahr zu kennen. Gleichzeitig können Eltern mithilfe der gezielten Beobachtung kindlicher Verhaltensweisen erkennen, welche Anregungen ihrem Sprössling in der aktuellen Lebensphase gut tun. Zu diesem Thema gibt es am Freitag, den 13.10.2017 einen interaktiven Elternabend in der Werkstattschule Rostock. Auf der Homepage vom Rostock Netzwerk Abenteuer Familie erfahrt Ihr mehr zum interaktiven Elternabend in Rostock. Anmeldungen sind erwünscht.

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Posted by bastian on in Allgemein